Riedauerstraße 14 | A-4910 Ried im Innkreis | Tel: 07752/85685 | Fax: 07752/70667

Fieber

Für die meisten Eltern ist Fieber etwas Bedrohliches. Tatsächlich ist Fieber eine der wenigen Reaktionsmöglichkeiten, die unserem Organismus gegen Infektionen zur Verfügung stehen.
Sie müssen sich auf jeden Fall an den Gedanken gewöhnen, dass Ihr Kind irgendwann einmal fiebern wird. Leider, so zeigt uns die Erfahrung, wird das wahrscheinlich an einem Wochenende sein, wenn vielleicht sowohl Ihr Partner als auch Ihr Kinderarzt nicht erreichbar sind.
Das erste Anfiebern ihres Kindes oder Säuglings trifft die meisten Eltern immer unerwartet. Trotzdem können Sie dabei, mit ein bißchen Hausverstand, kühlen Kopf bewahren.

Die wichtigsten Fragen dabei sind immer:

  • Wann misst man überhaupt Fieber?
  • Wie misst man richtig Fieber?
  • Wann spricht man überhaupt von Fieber?
  • Und wenn mein Kind fiebert, wie geht es ihm dann mit Fieber?
  • ad 1. Es hat nur dann einen Sinn, einem Kind Fieber zu messen, wenn es Ihnen warm vorkommt. Sie sollten nicht vergessen, daß Kinder nach körperlicher Anstrengung (auch längeres Schreien) wärmer sind als sonst. Routinemäßiges Fieber messen soll auf gar keinen Fall gemacht werden.
  • ad 2. Der Goldstandard für die Fiebermessung beim Säugling und Kleinkind ist nach wie vor der Popo. Digitale Fieberthermometer (billig u. überall erhältlich) sind dafür am besten geeignet. Sie haben den Vorteil, dass sie piepsen, wenn die Messsung beendet ist. Ohrthermometer messen zwar wesentlich schneller, erfordern aber einige Übung, um zu richtigen Werten zu kommen. Außerdem sind sie mindestens 5-6 mal so teuer wie digitale Geräte.
  • ad 3. Die normale Körpertemperatur des Menschen beträgt 37°. Wir Mediziner meinen aber dabei die sog. Körperkerntemperatur, die man am besten im Popo misst. Den Temperaturbereich zwischen 37° und 38° nennen wir erhöhte oder subfebrile Temperatur. Von Fieber spricht man erst über 38°, von hohem Fieber bei über 39°. Ganz wesentlich ist, dass die Temperatur, die im Popo gemessen wird, gilt. Das heißt, von diesem Wert wird nichts abgezogen. Es gibt viele Eltern, die glauben, man müsse von der Temperatur im Popo noch 0.5° abziehen. Aber das stimmt nicht, weil der Wert im Popo der Körperkerntemperatur entspricht, und nur die interessiert uns.
  • ad 4. Im Fall, dass Ihr Kind fiebert, ist es wichtig zu beurteilen, wie es Ihrem Kind dabei geht. Kein Kind wird sich bei Fieber so richtig wohl fühlen, aber viele Kinder sind in ihrem Algemeinbefinden nicht so wesentlich beeinträchtigt. Und da Eltern sehr gute Beobachter ihrer Kinder sind, können sie auch beurteilen, ob sie mit ihrem fiebernden Kind gleich zum Arzt gehen sollen oder ob sie selbst mit dieser Situation zurecht kommen.
  • Eines steht allerdings fest: jedes fiebernde Kind sollte dem Arzt gezeigt werden. Aber den Zeitpunkt, den können Sie bestimmen.

Es ist sehr wichtig, dass Sie lernen, ihr Kind bei Fieber zu beobachten. Denn wenn Sie dann beim Arzt sind, werden Sie immer ganz ähnliche Fragen bekommen:

  • Wie hoch fiebert das Kind?
  • Wie geht es ihrem Kind bei Fieber?
  • Ist es unruhig, hat es Schmerzen?
  • Trinkt es, oder hat es erbrochen?
  • Besteht ein Durchfall? Stuhlfrequenz, Stuhlbeschaffenheit?
  • Wie ist die Hautfarbe, hat das Kind einen Ausschlag?
  • Haben Sie versucht, das Fieber zu senken?

Wenn Sie ihr Kind nicht gut beobachten, so können Sie diese Fragen, die dem Arzt helfen, rasch zur Diagnose zu kommen, nicht beantworten. Aus den vorangegangenen Beobachtungen ergeben sich folgende Maßnahmen:
Versuchen Sie, ihr fieberndes Kind zu beruhigen.
Obwohl Fieber eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf Infektionen ist, so ist Fieber auf jeden Fall belastend. Stundenlanges, hohes Fieber tolerieren selbst Kinder nicht gut.
Zunächst ist jede Art von Kühlung sinnvoll:

  • nur ein dünnes Nachthemd anziehen
  • nur mit einem Leintuch zudecken
  • kühlende Wadenwickel anlegen

Geben Sie ihrem Kind kühlen Tee zu trinken.
So sehen / erreichen Sie:

  • ob ihr Kind überhaupt trinkt
  • ob es anschließend erbricht
  • Sie führen dringend benötigte Flüssigkeit zu
  • kühler Tee kühlt ab und unterdrückt ev. vorhandenen Brechreiz

Gelingt es nicht, die Temperatur durch Kühlen unter 39° zu bringen, so ist ein Fieberzäpfchen sehr sinnvoll:
es senkt fast immer das Fieber in erträgliche Bereiche ihr Kind wird sich dann wieder wohler fühlen und einschlafen ev. vorhandene Schmerzen sind damit gelindert.